Von der Bedeutung des Tageslichts - Glas sorgt für Wohlbefinden

Tageslicht ist für die menschliche Gesundheit von großer Bedeutung. Daher ist Glas nicht nur ein bauphysikalisches und technologisches Thema, sondern auch aus physiologischer, psychologischer und medizinischer Sicht relevant.

Licht ist unentbehrlich

Natürliches Sonnenlicht ist die Grundlage für das Leben auf der Erde. Vor allem als Energielieferant für die Fotosynthese, die für die lebensnotwendige Produktion von Sauerstoff verantwortlich ist.

Neben der physiologischen Bedeutung hat Tageslicht aber auch einen großen Einfluss auf die menschliche Psyche und das Wohlbefinden.

Trifft Licht auf das menschliche Auge werden zahlreiche Funktionsmechanismen ausgelöst oder gesteuert.

Das wichtige Wohlfühlhormon Serotonin kann beispielsweise nur gebildet werden, wenn ausreichend Licht vorhanden ist.

Tageslichtmangel kann Symptome wie Migräne, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Depressionen verursachen.

Auch die Konzentrationsfähigkeit und das Immunsystem leiden unter Lichtmangel.

Künstliches Licht kann Tageslicht übrigens nicht ersetzen. Natürliches Licht enthält doppelt so viel Lichtstrom wie künstliche Lichtquellen und entspricht perfekt unserem Sehapparat. 

 

Tageslicht sorgt für Wohlbefinden

Architektur und Tageslicht

Das moderne Leben bedingt, dass die meisten Menschen sehr viel Zeit in Innenräumen verbringen. Daher wird die Tageslichtplanung in der Architektur immer wichtiger.

Damit natürliches Licht optimal genutzt werden kann, muss die Planung bereits im Entwurfsprozess beginnen.

Umsichtige Tageslichtplanung setzt sich zum Ziel, natürliche Helligkeit nicht ausschließlich durch Fenster zu gewinnen. Es gibt weitere Möglichkeiten, das Licht, das auf die Außenfläche des Gebäudes trifft, aufzufangen und ins Innere, vor allem in Bereiche, die keine direkten Außenwände haben zu leiten.

 

1. Transluzente Wände

Glastrennwände schaffen getrennte Bereiche, ohne das Licht auszuschließen. Innenwände aus Glas sammeln das Licht und streuen es weiter. So kann es in tiefer gelegene Raumzonen oder Flure gelenkt werden.

Je nachdem, wie viel Sichtschutz notwendig ist, können klare oder transluzente Gläser zum Einsatz kommen. Vom Grad ihrer Durchlässigkeit hängt ab, wie viel Licht sie in den Raum dahinter abgeben.

Wenn sich Glaswände nicht umsetzen lassen, können auch Innenfenster für die Durchleitung von Tageslicht sorgen.

Transluzente Wände aus Glas

2. Glas-Treppenhäuser

Bei Treppenhäusern kann Glas sowohl für die Stufen als auch für die Geländer verwendet werden. Dadurch wird Licht eingefangen und weitergegeben. Je mehr Licht die Treppe von oben bekommt, beispielsweise durch ein Oberlicht, umso effektiver können untere Bereiche damit versorgt werden.

3. Glasdächer und Oberlichter

Licht, das von oben in Gebäude einfällt, besitzt eine höhere Leuchtdichte als Seitenlicht. Das führt zu einer gleichmäßigeren Raumausleuchtung.

Glasdächer können in unterschiedlichen Formen realisiert werden, Glaskuppeln sind die bekannteste davon. 

Oberlichter können in Gebäuden mit großen Raumtiefen sowie innen liegenden Fluren oder Treppenhäusern für Tageslicht sorgen. Verstärkt werden kann der Effekt, wenn Galerien und Deckendurchbrüche das Licht auch in darunter liegende Geschosse durchlassen.

 

4. Fensterlose Räume – Tageslichtspots

Wenn sich Dachflächenfenster aufgrund eines zwischen Raum und Dach gelegenen Dachbodens nicht eignen, können Tageslichtspots für Lichteinfall sorgen.

Dabei fällt das Licht durch eine Glasscheibe auf dem Dach und gelangt durch ein reflektierendes Rohr direkt in den Raum, der unter dem Dachboden liegt. Eine spezielle Streuscheibe sorgt dafür, dass die Ausleuchtung gleichmäßig erfolgt.

Tageslichtversorgung in Gebäuden ist also eine wichtige Aufgabe in der Architektur.

Eine gute Nutzung des natürlichen Lichts ist dabei nicht nur von großer Bedeutung für die physische und psychische Gesundheit der Menschen. Sie macht auch die Raumnutzung flexibler und hilft, den Energieverbrauch für Beleuchtung und Kühlung zu senken.

fensterlose Räume