Technologien bei Glas Gasperlmair – Der vollautomatische Folienabschnitt bei VSG

Bei der Produktion von VSG muss der Folienüberstand der zwischen den Scheiben eingefügten hochreißfesten zähelastischen PVB-Folie abgeschnitten werden. Was früher von Hand gemacht wurde, wird dank moderner Technologie inzwischen von einem Roboter erledigt

Die PVB-Folie bei der Produktion von VSG

Verbundsicherheitsglas bindet im Falle eines Glasbruchs die Splitter aneinander und reduziert somit das Verletzungsrisiko enorm.

Um dies zu gewährleisten, werden zwei oder mehreren Glasscheiben durch eine hochreißfeste zähelastische PVB (Polyvinylbutyral) Folie miteinander verbunden. Zunächst wird mit einer Walzenpresse der sogenannte „Vorverbund“ von zwei oder mehreren Scheiben und PVB Folie hergestellt. Im anschließenden Autoklavenprozess wird unter Hitze (ca. 140° C) und Druck (ca. 12 bar) ein dauerhafter Verbund von Glas und Folie geschaffen.

Durch den Druck wird die Folie nach außen gedrückt. So entsteht ein Folienüberstand, der abgeschnitten werden muss.

 

Vom händischen zum vollautomatischen Folienabschnitt

Früher wurde die bei den Glasrändern überstehende PVB-Folie von Hand abgeschnitten.

Inzwischen erfolgt diesen Schritt vollautomatisch.

Auf einem Roboterarm ist der drehbare Schneidkopf mit zwei Schneidklingen und zwei Schnittmessern angebracht.

Das VSG durchläuft die Produktionslinie bis zum Roboter. Dieser arbeitet selbsttätig und ist zum Schutz der Arbeiter mit einem Sicherheitszaun umgeben.

Das VSG wird von Saugtellern kurz angesaugt und hochgehoben, damit alle Kanten freiliegen und zugänglich sind.

Der Roboterarm fährt dann mit einer Neigung von etwa 30° auf die Glaskantenoberfläche und in einem Zug an allen vier Seiten entlang. Dabei wird die Folie von den Schneidklingen abgeschnitten.

Die ebenfalls am Roboterarm angebrachten Schnittmesser säubern außerdem den Schlitz zwischen den Gläsern.

 

 

Verbundsicherheitsglas Folienabschnit

Schnell und sauber


Der vollautomatische Folienabschnitt dauert bei der minimalen Scheibengröße von 50 x 50 cm rund 30 Sekunden. Die maximale Größe, die bearbeitet werden kann, beträgt 2,5 x 4,5 m. Dafür braucht der Roboter etwa 50 Sekunden.

Damit der Abschnitt immer gleich sauber erfolgt, werden die Klingen alle 3 bis 4 Tage ausgetauscht.

Der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, welche Glassorten bearbeitet werden. Bei polierten Glaskanten halten die Klingen länger. Sind sie stumpf geworden, werden sie ausgebaut und zum Schärfen geschickt. Nach dem Nachschärfen können sie wieder verwendet werden.

Insgesamt lassen sich die Klingen so bis zu 10 Mal aufbereiten.

 

Rasche Produktion – kurze Lieferzeiten


Eine VSG-Linie wird von zwei Mitarbeitern betreut. Während einer die Linie befüllt, prüft der zweite am Ende die Qualität und stellt die Gläser auf Transportwagen zum Verladen.

Die gesamte Abteilung arbeitet im Dreischichtbetrieb und sorgt damit für kurze Produktions- und Lieferzeiten bei Verbundsicherheitsglas.