Sicherheit im Fokus: Strahlenschutzglas

In vielen Bereichen der Medizin und Technik erlauben radioaktive Strahlung sowie Röntgenstrahlen wichtige Analysen, Diagnosen und Therapien. Wo die Strahlen für den ungeschützten menschlichen Körper gefährlich sind, sorgt Strahlenschutzglas für Sicherheit

Röntgen- und Gammastrahlen

Röntgenstrahlung wird im medizinischen Alltag für viele diagnostische Zwecke verwendet. Dabei handelt es sich um elektromagnetische Wellen mit Quantenenergien, die den Körper durchdringen.

Die Strahlen sind ionisierend und können Schäden an lebenden Organismen verursachen. Zwar ist die Strahlenbelastung bei modernen Röntgensystemen gering, allerdings ist es vor allem für das Personal dennoch wichtig, für Abschirmung zu sorgen.

Neben der Röntgenstrahlung wird in der Medizin, aber auch in der Technik radioaktive Strahlung zum Einsatz.

Die bekanntesten radioaktiven Strahlungsarten sind Alpha-, Beta-, Gammastrahlung, wobei letztere für den menschlichen Körper am gefährlichsten ist.

 

Einsatz von Strahlung in Technik und Medizin

Röntgenstrahlung wird in der Medizin zur Diagnostik verwendet, hilft Krankheitsbefunde zu erstellen und wird außerdem auch in der Krebsbehandlung eingesetzt.

Für alle Bereiche gilt, dass die Strahlung möglichst dosiert und gezielt verwendet werden soll, damit es zu keiner Schädigung von Gewebe und Organen kommt.

 

Strahlenschutzglas – Sicherheit dank Blei

Blei weist durch seine enorme Dichte eine hohe Abschirmleistung gegenüber Strahlung auf.

Für Strahlenschutzglas wird dem Glas Bleioxid beigemischt.

 

Je nach Bleioxid-Dichte unterscheidet man zwei verschiedene Strahlenschutzgläser:

  • RD30:
    Hat einen Bleioxidgehalt von mehr als 22% und Mindestbleigleichwert von 0,5 mm Pb.Bietet Schutz vor schwacher Gamma- und Röntgenstrahlung und kommt beispielsweise im Mammografie-Bereich und bei Anwendungen der Materialprüfung zum Einsatz.
  • RD50:
    Bietet mit einem Gehalt an Bleioxid von mehr als 65% und Bleichgleichwerten von 1,4 mm bis 6,3 mm höheren Strahlenschutz.
    Es wird in der medizinischen Röntgendiagnostik, beispielsweise bei der Computertomografie (CT), der Positronen-Emission-Tomographie (PET) und in Radiologieräumen verwendet.

 

Verbunde von Strahlenschutzgläsern erreichen höhere Bleigleichwerte und somit eine größere Schutzwirkung.

 

Einsatzmöglichkeiten für Strahlenschutzglas

In vielen Bereichen, in denen Strahlung zum Einsatz kommt, muss der Behandler den Patienten im Blick behalten können. Daher wird Strahlenschutzglas häufig für Beobachtungsfenster, Schutzfenster, Schauglas, Strahlenschutztüren und -fenster verwendet.

Befinden sich alle Personen im selben Raum, kann der Untersuchende durch eine mobile Strahlenschutzwand oder Schutzscheibe geschützt werden.