Geschichte des Glases – Teil 1: Frühzeit und Antike

Der Mensch nützte Glas bereits seit der Steinzeit. Zunächst verwendete er natürliches Glas, bis er wahrscheinlich eher zufällig die Glasherstellung entdeckte.

Verwendung von natürlichem Glas in der Frühzeit

Natürliches Glas gab es schon lange bevor der Mensch mit der Herstellung begann.

Natürliches Gesteinsglas entstand bei Vulkanausbrüchen, Meteoriteneinschlägen oder einschlagenden Blitzen in sandigen Gebieten. Das geschmolzene Gesteinsmaterial wurde in frühester Zeit für Werkzeuge und später auch als Schmuck verwendet.

 

Erste Glasherstellung in Mesopotamien und Ägypten

Ob der Ursprung der Glasherstellung in Mesopotamien, Ägypten oder an der Levanteküste liegt, können Forscher bis heute nicht ganz genau sagen.

Die ältesten Funde von vom Menschen produziertem Glas sind aus dem Jahr 3500 v. Chr.

Die Entdeckung der Glasherstellung in Mesopotamien dürfte übrigens eher zufällig erfolgt sein. Man nimmt an, dass kalkhaltiger Sand mit Soda gemischt in einem überhitzten Ofen eine farbige glasartige Schicht auf Tongefäßen erzeugte.

Die bekannteste Verarbeitungstechnik für die Herstellung von Hohlgefäßen war das Wickeln von erweichten Glasstäbchen um einen porösen Keramikkern, der am Ende herausgekratzt wurde.

Später wurden Sandformen in geschmolzenes Glas getaucht und gedreht, sodass sich darauf eine Glasschicht bildete. Das heiße Glas wurde dann auf einer flachen Steinplatte ausgerollt und zu Gefäßen geformt.

Aus der Bronzezeit ist nur eine Glashütte bekannt. Sie lag im östlichen Nil-Delta. Dort wurde Quarzstein zerkleinert und mit sodahaltiger Pflanzenasche vermengt. Die Mischung wurde in einen Krug gefüllt und geschmolzen. Das Glas wurde in Barrenform an weiterverarbeitete Werkstätten geliefert.

Das erste überlieferte Rezept von Glas stammt aus der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal aus dem Jahr 658 v. Chr.

Es lautet: „Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen und 5 Teile Kreide und du erhältst Glas.“

 

Glas im Römischen Reich

Die Römer nutzten das Glasblasen, um verschiedene Formen aus Glas herzustellen.

Die Glasherstellung wurde im Römischen Reich immer wichtiger und verbreitete sich im gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus.

Lange blieb die Produktion geteilt in Primärwerkstätten und Sekundärwerkstätten.

Das in den Primärwerkstätten produzierte Rohglas wurde in die Sekundärwerkstätten geliefert und dort eingeschmolzen und weiterverarbeitet.

Hergestellt wurden Hohlglas, Flachglas und Mosaiksteine.

Im Römischen Reich verbreitete sich vor allem Behälterglas. In Aix-en-Provence und Herculaneum gab es Funde von ersten Fensterscheiben.