Druckausgleich bei Isolierglaseinheiten

Die Produktion von Isolierglas bringt einige Herausforderungen mit sich. Eine davon sind wechselnde Druckdifferenzen, die zu Spannungen im Glas führen. Abhilfe schafft hier die Herstellung eines Druckausgleichs.

Bei der Herstellung von Isolierglaseinheiten werden zwei oder mehrere Glasscheiben über Abstandhalter hermetisch verschlossen. Der Luftdruck zwischen den Scheiben entspricht damit dem barometrischen Luftdruck zum Zeitpunkt des Verschließens. Ändern sich die äußeren Randbedingungen, wie Temperatur oder Luftdruck beim Transport und am Bestimmungsort können dadurch zusätzliche Spannungen im Glas auftreten. Wechselnde Druckdifferenzen zwischen der Luft im Scheibenzwischenraum und der Atmosphäre führen zu einem Einbauchen oder Ausbauchen der Scheiben. Zusammen mit den Spannungen aus der Windlast kann dies zum Bruch führen. Abhilfe schafft ein Druckausgleich. Dadurch wird ein Einsatz der Isolierglaseinheiten in großen Höhen oder tiefen Lagen möglich, ohne dass Lebensdauer und Funktionalität des Isolierglases drastisch eingeschränkt oder minimiert werden.

 

 

Für die Herstellung eines Druckausgleichs bieten wir drei Möglichkeiten an:

Druckausgleich mittels Kapillarrohr

Diese Variante ist nur für metallische Abstandhaltersysteme geeignet. Nach dem Abschluss der Isolierglasfertigung wird dafür der Randverbund kleinflächig entfernt und ein sogenanntes Kapillarrohr in die Hohlkammer des Abstandhalters eingebracht und fixiert. Danach wird die Stelle am Randverbund wieder abgedichtet. Durch einen permanenten zeitverzögerten Ausgleich wird der Luftdruck im Isolierglas dem atmosphärischen Druck am Einbauort angepasst. Ist der Druckausgleich erfolgt, wird das Kapillarrohr mit einer Flachzange verschlossen. Isolierglaseinheiten mit dieser Druckausgleichsvariante können auf jede Seehöhe transportiert und dort verwendet werden.

Druckausgleich mittels Druckausgleichsventil/Schraube

Diese Variante ist ebenfalls nur für metallische Abstandhaltersysteme geeignet. Nach der Fertigung des Isolierglases wird eine kleine, runde Öffnung im oberen Eck am Randverbund bis zur äußeren Wand des metallischen Abstandhalters freigelegt. Hier wird eine kleine Schraube in den Abstandstandhalter gedreht. Diese wird vor dem Transport zum Einbauort und der Montage geöffnet. Dadurch passen sich die Druckverhältnisse im Isolierglas an den atmosphärischen Druck am Einbauort an. Abschließend wird die Schraube mit Dichtstoff dauerhaft verschlossen und das Glas kann in die Rahmenkonstruktion eingesetzt werden.

Druckausgleich mittels ISO-Altimeter Professional

Diese Variante eignet sich sowohl für das Abstandhaltersystem Superspacer, als auch metallische Abstandhaltersysteme. Bei dieser Form des Druckausgleichs wird nach Abschluss der Isolierglasfertigung eine Nadel in den Isolierglaszwischenraum eingebracht. Je nach Anforderung wird Gasvolumen entzogen oder nachgefüllt. Das Gerät berechnet das Differenzvolumen auf Basis der Jahresmittelwerte von Temperatur und Luftdruck am Einbauort. Diese Variante kann in Seehöhen zwischen 0 und 2000 m Seehöhe verwendet werden.