Damit die Strahlung bleibt, wo sie hingehört

Röntgen- und Gammastrahlen werden in der Medizin in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Sie sind eine große Hilfe in Diagnostik und Therapie. Die Strahlen stellen für den menschlichen Körper aber auch eine Gefahr dar.

Strahlung wird sowohl in der medizinischen Diagnostik als auch für Langzeittherapien eingesetzt. Röntgenstrahlung ist aus dem heutigen medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken.
Die Durchdringung des Körpers mit Röntgenstrahlung wird mit Bildern dargestellt, die als Röntgenaufnahmen bezeichnet werden.
Röntgenstrahlen sind ionisierend. Dadurch können Sie Veränderungen im lebenden Organismus hervorrufen und Schäden verursachen. Bei modernen Röntgensystemen wird die Strahlenbelastung zwar so gering wie möglich gehalten, dennoch ist, vor allem für das Personal, Schutz wichtig. Strahlenschutzglas leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

 

Neben Röntgenstrahlung wird im medizinischen Bereich auch mit Gammastrahlung gearbeitet.
Gammastrahlen sind elektromagnetische Strahlen und werden in der Strahlentherapie verwendet. Wegen ihrer Gefährlichkeit sind auch bei der Verwendung von Gammastrahlung umfangreiche Strahlenschutzmaßnahmen notwendig.
Als Schutz für die behandelnden Personen werden unter anderem absorbierende Barrieren zwischen Strahlungsquelle und Körper eingesetzt.

Strahlenschutzgläser werden nicht nur in Röntgenräumen, sondern auch in Operationssälen, Bestrahlungsstationen, Laboren und Zahnarztpraxen benötigt.
Anwendungsbereiche sind beispielsweise Beobachtungsfenster, Schutzfenster, Schauglas, Strahlenschutztüren und -fenster. Befinden sich Behandler und Patient im selben Raum, bietet eine mobile Strahlenschutzwand Sicherheit.
Damit ein Glas für Strahlung undurchlässig wird, muss das Glas zu einem hohen Prozentsatz aus Bleioxid bestehen.

Verwendet wird dabei Blei, da es durch seine enorme Dichte eine hohe Abschirmleistung aufweist. Patienten erhalten während der Behandlung Bleischürzen, die auch vom Personal getragen werden.
Häufig wird die Strahlung durch einen Auslöser im Nebenraum aktiviert. Dann muss das Personal aber Blick auf den Patienten haben, es bedarf also einer Glasscheibe zum Durchsehen. In diesen Fällen kommt Röntgenschutzglas zur Anwendung.

Mit steigendem Bleioxidgehalt steigt die abschirmende Wirkung für Strahlung.
Für den Mammografie-Bereich wird Glas mit einem Bleioxidgehalt von mehr als 22% verwendet, wie ihn das RD 30® aufweist. RD 30® bietet in 6 mm Glasdicke einen Mindestbleigleichwert von 0,5 mm Pb.
Einen höheren Strahlungsschutz bietet RD 50®. Mit einem Gehalt an Bleioxid (PbO) von mehr als 65% und Bleigleichwerte von 1,4 mm bis 6,3 mm eignet es sich daher zum Strahlenschutz in der medizinischen Röntgendiagnostik.
Durch Verbunde können zusätzlich noch höhere Bleigleichwerte erreicht werden.

Dabei ist das Strahlenschutzglas vollständig klar und lichtdurchlässig. Die Durchsicht ist in keiner Weise beeinträchtigt.
Weitere positive Eigenschaften von Strahlenschutzglas sind, dass es nicht entflammbar und kratzunempfindlicher als Acryl ist.
Röntgenschutzglas kann auch zu Isolierglas verarbeitet werden, wenn es für eine Außenverglasung benötigt wird.
Siebdruck-Aufbringungen sind ebenfalls möglich.
Am wichtigsten ist aber, dass Strahlenschutzglas für alle Menschen, die mit Bestrahlung arbeiten, maximale Sicherheit gewährleisten.